Sonntag, 1. Mai 2016

Es muss nicht immer Kaviar sein: Warme Lachsbrötchen

Diesmal ist der Name Programm, denn mein absolutes Lieblingsbuch ist „Es muss nicht immer Kaviar sein“ von Johannes Mario Simmel.

Es geht um den Agenten wider Willen, Thomas Lieven, der eigentlich eine erfolgreiche Karriere als jüngster Bankier seiner Zeit verfolgt – und durch unglückliche Zufälle in die Wirren des 2.ten Weltkrieges und im Zuge dessen in die Fänge verschiedener Geheimdienste gerät.
Da der Protagonist ein überzeugter Pazifist ist, versucht er (und es gelingt ihm), mit Charme, Cleverness, einigen (meist gewaltlosen) Tricks sowie seiner Kochleidenschaft, alle gegeneinander auszuspielen, ohne dass größere Verluste zu beklagen sind.

Ich kann gar nicht sagen, wie oft ich diesen Roman schon gelesen habe; auf alle Fälle besitze ich das Buch insgesamt dreimal: eine Ausgabe meines Großvaters sowie zwei Taschenbücher.
Nur so für den Fall, dass ich mal aus einem der Exemplare alle Buchstaben herausgelesen haben sollte…

Aber wir sind hier ja auf einem Koch-Blog und keiner Buch-Kritik-Seite und daher komme ich auch endlich mal auf das Thema zurück.

Das Rezept.

Der Geheimagent wider Willen beginnt/beschließt die meisten seiner Coups mit einem selbst gekochten Essen.
Und die Rezepte zu diesen Gerichten finden sich ebenfalls im Roman.

Hier darf man beim Lesen das Erscheinungsjahr – 1960 – nicht vergessen.
Ich könnte mich jedesmal königlich amüsieren, wenn von „außergewöhnlichen“ Zutaten die Rede ist, die wir heutzutage in jedem besseren Supermarkt und vor allem zu jeder Jahreszeit kaufen können.

Wie die Eierfrucht.

Ja ihr Schlaumeier, entweder das Allgemeinwissen oder eine kurze Rückfrage bei Dr. Google verraten, dass es sich hier um die Aubergine handelt.

Aber um die soll es heute gar nicht gehen.

Mir gefällt einfach die schöne Art der Rezeptbeschreibung.
Und der Blick auf die Zutatenlisten.
Ohne Reue, ohne wenn und aber gibt es Fett, Käse, Butter und Fleisch in allen Formen und das Ganze noch einmal von vorne.

Los geht’s:

Warme Lachsbrötchen 28. Mai 1939

Dünne Weißbrotscheiben durch Milch ziehen, mit einer passend zurechtgeschnittenen, in Milch aufgeweichten Scheibe Räucherlachs belegen und mit je einer durch Milch gezogenen Weißbrotscheibe bedecken. Auf der oberen Seite mit geriebenem Käse bestreuen, mit Butterflöckchen belegen, auf einem gefettete Backblech im Backofen überbacken.

by Johannes Mario Simmel “Es muss nicht immer Kaviar sein (S. 51)
Fotos: M-iPhone







Ja, es muss nicht immer Kaviar sein. Lachs geht auch völlig in Ordnung!

J 

Guten Appetit!

Mittwoch, 13. April 2016

Altes Ei in neuem Kleid: Bacon and egg toast cups

Keine Sorge meine Lieben, natürlich werden hier keine alten oder verdorbenen Lebensmittel verwendet – es soll ja schließlich niemand um Leib und Leben besorgt sein!

Wobei dem Leib zumindest schon ein mittelschwerer Schaden entstehen könnte, wenn er zuviel von dem folgenden Rezept abbekommt…

Um die Überschrift an dieser Stelle mal zu entwirren: es handelt sich heute um nichts anderes als Spiegelei mit Speck und Toast.
Aber eben in einem etwas anderen Gewand als sonst.

Nämlich als putzige, kleine, muffin-körbchen-ähnliche Dingsbums:

Bacon and egg toast cups (6 Portionen)

6 Scheiben Bacon
6 Scheiben Toast
½ cup Cheddar (55g), gerieben
6 Eier
Salz & Pfeffer

Ofen auf 205°C vorheizen.
Muffinblech buttern oder mit Muffinförmchen aus Papier auslegen.
Bacon in der Pfanne anbraten, aber nicht fertig und knusprig braten.
Auf Zewa abtropfen lassen. Toast in Größe der Muffinform ausstechen
(Rest -> Semmelbrösel). Toast in die Form drücken und je eine Scheibe
Bacon in die Form legen (zwischen Toast und Blechwand stecken).
Ein bisschen Käse auf den Toast streuen und dann jeweils ein Ei in die Form aufschlagen. Eier trennen und zuerst das Eigelb auf den Toast geben. Danach nach Bedarf das Eiweiß dazu geben. 
Evtl. nicht das ganze Eiweiß verwenden. Dann so lange backen, bis die Eier die gewünschte Konsistenz haben (ca. 15min 8-10min).
Dann vorsichtig mit einem Messer lösen und aus der Form nehmen (oder am Muffinpapierförmchen herausheben), salzen und pfeffern und gleich servieren.

Fotos: M-iPhone

Hach ja.
Das food victim in mir ist glücklich.

J 

Guten Appetit!

Mittwoch, 30. März 2016

Lachs mal wieder: Lachs-Avocado-Salat in der Avocado

Oh man, ich bin ein echtes Opfer.
Kein fashion victim, sondern ein food victim.

Kaum enthält der Rezept-Name ein bisschen Schnicki-Schnacki, ist es um mich geschehen.

Allein die Vorstellung von diesem Lachs (mjamm!) – Avocado (mjammmjamm!!)-Salat hat ohne Umschweife meine klassische Konditionierung aktiviert.

Wasser-im-Mund-zusammenlaufen und so, ihr wisst schon.

Und da ich ja bekennende Sklavin meines Limbischen Systems bin, blieb mir mal grad nix anderes übrig, als flugs zum Supermarkt meines Vertrauens zu laufen, einzukaufen und loszuschnippeln.

Eine kleine Änderung habe ich allerdings vorgenommen. Irgendwie hatte mein Geschmacksnerv das Gefühl, dass mir die Milch in dem Dressing den Geschmack killen könnte.

Und so hab ich kurzerhand entschieden, eine Art Vinaigrette mit dem Limettensaft,
O-Saft (statt der Milch) und einem Mini-Klecks Senf zu machen.
Yo. Die Idee war gut.
 
Lachs-Avocado-Salat in der Avocado 
(2 Personen)

200g Lachsfilet Sashimi-Qualität
2EL Olivenöl
1EL Cashew-Kerne, (selbst) geröstet
1 Schalotte, fein gewürfelt
1 Bd. glatte Petersilie, fein gehackt
1 Avocado
1 Limette, ausgepresst
2EL Milch (3,5%) oder Sojadrink O-Saft
Salz & Pfeffer
etwas Senf

Lachs in 1cm große Würfel schneiden und mit 1EL Olivenöl marinieren.
Cashews rösten und danach grob hacken.
Avocadofleisch etwas kleiner als den Lachs würfeln, in eine Schüssel geben und mit einem feuchten Tuch bedeckt in den Kühlschrank stellen.
Aus dem Limettensaft, der Milch O-saft, Senf und 1EL Olivenöl ein Dressing rühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Lachs, Nüsse, Petersilie und Schalotte zur Avocado geben, alles vorsichtig vermischen und das Dressing unterheben.
Auf die Avocadohälften verteilen und servieren.

Foto: M-iPhone

Da mir mein Geldbeutel sehr deutlich zu verstehen gab, dass Sashimi-Lachs derzeit nicht im Budget ist, habe ich einfach Räucherlachs genommen.

J 

Guten Appetit!

Donnerstag, 17. März 2016

Resteverwertung 2.0: Baked Shrimps Toast

Ich behaupte ja immer, eine mitdenkende und Reste-verwertende Köchin zu sein.

Stimmt auch.

Also, ähm. Meistens.

Neulich war das vielleicht ein klitzekleines bisschen anders.

Ich hatte da noch so ein Ei im Kühlschrank.
Also ein frisches.
Das ein liebenswertes Huhn aus fränkischer Freilandhaltung für mich gelegt hatte.

Also begab ich mich auf die Suche nach einem Rezept mit 1 (in Worten: „einem“) Ei.
Nicht, dass ich es einfach hätte kochen und essen können.

Nein.

Und dann fand ich das Rezept.
Und dafür brauchte ich noch dies. Und das. Und noch etwas anders.

Das war mir dann aber egal (denkt doch nur an das nette Huhn!!), denn nachdem ich die unglaublich leckeren Shrimps mit dem Ei und noch ein paar Zutaten mit meinem Mixer „gekillt“ und auf die Toast-Stücke gestrichen hatte, waren alle Vorsätze über Bord geworfen.

Aber aus den Resten des Einkaufs koche ich was anderes.

Versprochen!

Baked Shrimps Toast

6 Scheiben Toast, entrindet
200g Shrimps
2 1 Knoblauchzehen, gehackt
1tsp (Mais)Mehl (1TL)
½tsp Zucker (½TL)
½tbsp Traubenkernöl Sesamöl
2tbsp Frühlingszwiebeln (2EL)
2tbsp geschmolzene Butter (2EL)
½tsp Wasser (½TL)
1 Ei

Ofen auf 120°C vorheizen. Toast diagonal halbieren und auf ein, mit Backpapier ausgelegtes, Backblech legen. Auf der mittleren Schiene ca. 25-30min 20min den Toast backen, bis er trocken und knusprig (nicht braun!) ist.* Aus dem Ofen nehmen, abkühlen lassen und die Hitze auf 180°C erhöhen.
Eigelb mit etwas Wasser ver“kleppern“.
Shrimps mit einer großzügigen Prise Salz vermengen; einmal gut durchrühren und dann sofort wieder abspülen. Trocken tupfen und mit Knoblauch, etwas Salz, Eiweiß, (Mais)Mehl, Pfeffer, Öl und Zucker gut verrühren. Dann mit dem Mixer zu einer streichfähigen, leicht stückigen Paste mixen. Zum Schluß die Frühlingszwiebeln untermischen.
Die flüssige Butter auf das Backpapier streichen, die Toasts mit der Masse bestreichen (etwa so dick wie das Brot hoch ist) und dann die Toasts mit der Eigelb-Wasser-Mischung bepinseln.
10-15min backen, bis die Toasts goldbraun sind. Ca. 5min auskühlen lassen.
*Nachdem ich das Rezept jetzt schon ein paar Mal gemacht habe, kann ich sagen, dass man den Schritt „Toast im Ofen trocknen“ getrost auslassen und die Masse auf frischen, ungetrockneten Toast geben kann.

Foto: M-iPhone

Ich habe ja hier schon ein ähnliches Rezept veröffentlicht; aber dieses hier liegt durch das Backen statt frittieren ein bisschen mehr auf der schlanken Linie.
Oder so.

Auf alle Fälle sind das Huhn und ich jetzt glücklich. Yeah!

J 

Guten Appetit!

Mittwoch, 2. März 2016

Das selbst gelegte Ei: Milka Brownies

Da habe ich doch noch kürzlich über unsere liebe Freelancerin Kollegin gefrozzelt;
mit „essenstechnisch selbst ein Ei gelegt“ und so.

Tja.
Hätt’ ich dann mal bloß nicht kurz darauf Geburtstag gehabt und, offenbar geistig völlig umnachtet, die lieben, dauerhaft Diät-geplagten Kolleginnen gefragt, was ich ihnen zu meinem Ehrentag kochen soll.

Herzhaft zu Mittag oder süß für die Nerven?

Ok-ok-ok, ihr kennt die Antwort schon; es war wie bei einem Kindergeburtstag mit leuchtenden Augen und rhythmisch auf den Tisch klopfenden Händen: „Bo-lo-gne-se, Bo-lo-gne-se und danach noch Brow-nies!“.

Die Bolognese hatten wir an dieser Stelle ja schon und da ich die Brownies schon öfter gemacht habe und sie eigentlich jedesmal schon aufgefuttert waren, bevor ich die Schüssel auf den Tisch stellen konnte…

Und jaaaaaaaaaaaaaaaa, selbstverständlich streichelt das mein Koch-Ego ganz ungemein und daher endlich mal das Rezept präsentiert:

Milka-Brownies (20 Personen) 

200g Milka Alpenmilch
50g Backkakao
200g Butter
3 getrennte Eier
150g Mehl
200g Zucker
½ Pck. Backpulver
1 Prise Salz
Schokoraspeln

Schokolade mit der Butter im Wasserbad schmelzen, 
dabei gelegentlich umrühren. 
Zucker, Salz und Eigelbe unterrühren.
Mehl, Backpulver und Kakao zugeben und dann vorsichtig den steif geschlagenen Eischnee unterheben.
Auf einem Backblech (mit Papier ausgelegt) verstreichen und bei 180°C ca. 20-25min backen. Mit Schokoraspeln bestreuen.

Foto: M-iPhone

Killt jedes noch so striktes Diät-Vorhaben.
Ich schwör’s!

J

Guten Appetit!

Mittwoch, 17. Februar 2016

Nerven-Nahrung par excellence: Cheesy Onion and Bread Gratin

Es war da mal ein Montag.
Der Wochentag, der uns noch fünf Tage vom Wochenende trennt.

Der Tag, an dem gerne bescheuerte und seltsame Dinge passieren.
Nicht eins.
Nicht zwei.
Nein, in Massen treten sie auf.
Ungehindert und mit voller Wucht.

Rotten sich die Deppen der Welt am Wochenende zusammen, schmieden Verschwörungstheorien und überschütten uns dann am Montag mit den vorgenannten bescheuerten und seltsamen Dingen?

Scheint so zu sein.

Und an besagtem Montag hatte ich einen Montag, der seinesgleichen sucht.
Wie ein Erdrutsch ist dieser Tag über mich gerollt, wie ich es schon lange nicht mehr erlebt habe!
Ich habe nichts gegen fordernde und stressige Tage, wenn aber eine schlechte und/oder seltsame Nachricht die andere jagt und man nur noch damit beschäftigt ist, an allen Ecken und Enden Brände zu löschen und Schadensbegrenzung zu betreiben, dann ist auch mal Schluss mit lustig.

Wenn ich es gekonnt hätte, hätte ich diesen Tag einfach mit meinen bloßen Händen gekillt.
Ich habe mich aber eines Besseren besonnen und meinen händischen Kräften lediglich in der Küche freien Lauf gelassen.

Und dabei sämtliche Warnungen der Gesundheitsbehörde mit einem Lächeln und dem imaginären Zuprosten mit meinem zweiten Glas Wein in den Wind geschossen.

Kohlenhydrate und Fett.
Das ist es.

Cheesy Onion and Bread Gratin 
(4 Portionen) 

3 Scheiben Brot, gewürfelt
2 Zwiebeln, geviertelt
2tbs Olivenöl (2EL)
2tbs Butter (2EL)
2tbs Mehl (2EL)
1½ cups Milch (~360ml)
½ cup Parmesan, gerieben (~60g)
2oz Bergkäse, gerieben (~60g)
Salz, Pfeffer, Muskat 

Zwiebeln in eine Auflaufform geben und mit 
Olivenöl beträufeln. Ca. 1h bei 200°C backen; 
nach der Hälfte der Zeit die Zwiebeln einmal umrühren. Aus dem Ofen
nehmen (und den Ofen anlassen) und das Brot unterrühren, so dass es vom Olivenöl bedeckt ist. Butter erhitzen und das Mehl einrühren, bis die Mischung anfängt anzudicken. Käsesorten einrühren und mit Muskat, Salz und Pfeffer würzen. Mischung über die Brot-Zwiebeln geben und im Ofen ca. 20min goldbraun backen.

Foto: M-iPhone

Yeah.

J 

Guten Appetit!

Dienstag, 2. Februar 2016

Outtakes: wenn’s mal schief läuft… Zwiebel-Ricottatarte mit Greyerzer und Speck

Seid ihr auch so begeisterte „Outtakes“-Gucker wie ich?

Ich bin ja bekennende DVD/BluRay/Netflix/amazon prime-Süchtige und das Zweitschönste, neben den Folgen an sich, sind für mich die Outtakes.

Selbst bei Thriller-Serien freue ich mich immer wie Bolle, wenn unter den Extras noch schiefgegangene Szenen, Versprecher, herunter fallende Mikrofone und ähnliche Sachen zu finden sind.

Was ich allerdings gar nicht leiden kann ist, wenn ich beim Kochen meine eigenen Outtakes produziere.

Ich bin ein Mini-Perfektionist und das kollidiert hier und da mit meinem unbeschreiblichen Talent, auch einfach mal alles falsch anzupacken, was ich in die Finger kriege.

Das Talent zeigt sich natürlich gerne auch beim Kochen – wobei mir aber meistens die Rettung meines Essens noch gelingt.

Wie zuletzt bei dieser Zwiebel-Ricottatarte mit Greyerzer und Speck.

An sich war das geschmackliche Ergebnis top, aber wie ich bis dorthin gekommen bin…
…erfahrt ihr unter dem Rezept:

Zwiebel-Ricottatarte mit Greyerzer und Speck

250g Blätterteig (rechteckig ausgerollt)
Eigelb zum bepinseln + 2 Eigelb
1EL Olivenöl + Öl zum anbraten
200g Frühstücksspeck, in Streifen geschnitten
500g Zwiebelringe rot + weiß
4-6 Frühlingszwiebeln, geschnitten
1EL Thymian frisch
250g Ricotta
100g Schmand
150g Gruyère, in Streifen
Salz & Pfeffer


Blätterteig auf Backpapier auf ein Backblech legen. Im Abstand von ca. 1cm vom Rand rundum einritzen. Den Rand mit Eigelb (evtl. mit Wasser vermischt) einpinseln und das Innere des Teiges mit einer Gabel einstechen.
Ricotta, Eigelbe und Olivenöl mit dem Schneebesen glattrühren, Schmand zufügen und dann würzen. Ricotta-Masse auf das Innere des Teiges streichen und mit dem Gruyère gleichmäßig belegen. Blech kalt stellen.
Speck (evtl. in Öl) auslassen. Dann die Zwiebeln und den Thymian mit Salz zugeben und in etwa 4-5min zusammenfallen lassen, bis das Wasser verdampft ist. Pfanne vom Herd nehmen und die Frühlingszwiebeln untermischen und abschmecken. Zwiebel-Speck-Masse auskühlen lassen.
Dann die Masse auf den Teig geben (Rand freilassen) und auf der untersten Schiene bei 220°C ca. 25-30min backen.

Fotos: M-iPhone


Zunächst ging alles ganz harmlos los. Ich habe alle Zutaten schön kleingeschnitten und bereit gestellt.
Da hätte mir eigentlich schon auffallen müssen, dass der Blätterteig für mein Backblech zu klein war.
Also der Teig ging nicht komplett bis zum Rand, was, wie sich später herausstellte, wirklich blödblödblöd war.

Dann habe ich den Rand hübsch eingeritzt und mit Eigelb bepinselt.

Rezept-Killer Nr. 1: verstreiche kein Eigelb auf Teig, wenn du mit dem Belag noch 
                             nicht fertig bist. Das trocknet nämlich, wenn man zu lange wartet.
                             Tja, logisch.
Rezept-Killer Nr. 2: beim Kaltstellen des Teigs nicht nur darauf achten, dass der Teig
                             an sich in den Kühlschrank passt, sondern natürlich auch das 
                              Blech auf dem er bereits liegt.

Hört auf zu lachen; ich kann es bis hierhin hören.
Ja, ich musste mein Teig-Blech dann im Flur kaltstellen.

Erst nach diesen beiden Missglücken - ja, richtig gelesen, jetzt kommt:

Rezept-Killer Nr. 3: erst dann habe ich begonnen, die Ricotta-Masse zuzubereiten.

Was zu weiterer Warte- und Trockenzeit meines zu kleinen Teigs auf dem nicht in den Kühlschrank passenden Blech führte.
Und blöderweise war die Masse dann auch noch irgendwie viel zu flüssig.

Also noch mal zusammengefasst: Blech zu groß, Kühlschrank zu klein, Teig zu klein, Eigelb zu festgetrocknet, Masse zu flüssig.

Egal, weiter im Text.

Also die flüssige Masse auf den zu kleinen Teig gegeben.
Wäre der Teig groß genug gewesen, hätte ich ihn am Rand (entsprechend dem Rand des Blechs) ein wenig „hochklappen“ können.
Konnte ich aber nicht.
Aber immerhin hat das eingetrocknete Eigelb ein klein wenig verhindern können, dass meine Ricottamasse völligst ungeniert vom Teig laufen konnte.
Glück im Unglück, oder?
Dann das Blech im Kühlschrank, äh, Flur kalt stellen.

Immerhin hatte ich die Zwiebel-Speck-Masse schon vorher gemacht, so dass sie während der Teig-Kühl-Zeit ebenfalls auskühlen konnte.
Denn sonst hätte ich aus den ganzen Einzelteilen wahrscheinlich nur noch eine Suppe kochen können.

Nun ja, irgendwie habe ich also die Zwiebel-Speck-Masse auf den Teig mit flüssiger Ricotta-Masse und ausgetrockneten Rand gebracht und mit viel Gleichgewichtssinn und Balance-Fähigkeit das Blech bis zum Ofen bugsiert.

Ab dann lief alles nach Plan; nach dreißig Minuten hatte ich eine echt leckere Tarte auf meinem Teller!

Und ehrlich gesagt musste ich dann doch ganz schön über mich selbst lachen und den Mini-Perfektionisten einen guten Mann sein lassen.

Der hat sich ja schließlich auch mal eine Pause verdient.

J

Guten Appetit!