Dienstag, 3. Juni 2014

Spaghetti Bolognese

Hackfleisch.
Ja, ich weiß.
Völlig klar, dass Spaghetti Bolognese ganz oben auf meiner Speisekarte steht.

Ich versuche immer, so wenig wie möglich mit Fertigprodukten zu kochen, da ich
  1. die ganze Ladung an Geschmacksverstärkern und anderen, mir unbekannten Inhaltsstoffen nicht immer mag
  2. es mir wahnsinnig viel Spaß macht, echte Lebensmittel mit eigenen Händen in schmackhafte Gerichte zu verwandeln 
Deswegen bin ich noch lange kein Tüten-Verweigerer, denn zugegebener weise macht das namentlich nicht genannte Fertigprodukt seinem Namen alle Ehre und geht nun wirklich recht „fix“.

Trotzdem ist mir selbstgemacht einfach lieber, und daher hier mein simples, aber leckeres alltime-favourite-Rezept für Spaghetti Bolognese:
(und bitte, bitte, bitte, nennt es in meiner Gegenwart nicht „SpaBolo“. Ich weiß nicht, woher das kommt und das ist mir auch völlig egal. Ich finde es klingt total prollig und wird in keinster Weise dem Gericht gerecht. So.)

Spaghetti Bolognese (4 Personen)

500g Rinderhack
1-2 Zwiebeln, gehackt
Knoblauch nach Geschmack
1 Dose Tomatenfruchtfleisch
200ml passierte Tomaten
etwas Tomatenmark
nach Geschmack Salz & Pfeffer, Zucker, Cayenne, smoked Paprika, getrockneter Majoran, italienische Kräuter
Olivenöl

Zwiebeln in Öl anschwitzen. Hackfleisch zugeben und krümelig braten. Tomatenfruchtfleisch und passierte Tomaten zugießen. Die leere Dose zu dreiviertel mit Wasser füllen und ebenfalls zugeben (bei Bedarf mehr/weniger). Aufkochen lassen.
Temperatur auf geringe Hitze reduzieren, nach Geschmack würzen und köcheln lassen.




Fotos: M-iPhone

Die ewig-Gehetzten und „Zeit-losen“ unter euch lassen die Sauce nur solange köcheln, bis die Pasta fertig ist.
Meine Bolognese darf zwischen 2 und 4 Stunden köcheln (ja, das schmeckt man!), weshalb ich sie am liebsten am Wochenende mache. Außerdem kriegt sie dann noch eine Nacht zum Durchziehen on top.
Unnötig zu sagen, dass am Folgetag nicht mehr ganz so viel Sauce im Topf ist. Schließlich muss man ja testen, ob eventuell noch Gewürze fehlen.
Schon klar.

☺

Guten Appetit!

Dienstag, 27. Mai 2014

Meeresfreu(n)de: Jakobsmuscheln mit Kapern-Weißwein-Zitronen-Sauce

Wie schon hier oder da angemerkt, muss niemand ein Rind oder Schwein für mich killen, um mich kulinarisch glücklich zu machen.

Das geht auch ganz problemlos mit allem möglichen, was aus dem Meer kommt!

Ich habe relativ lange gebraucht, ehe ich mich an Jakobsmuscheln rangetraut habe (warum eigentlich??), da ich immer Sorge hatte, dass ich entweder Gummikugeln aus den Muscheln mache oder aber rohen Fisch auf dem Teller habe.
Was bei guter Qualität für gewöhnlich ja kein Problem ist – aber wer schon mal eine Fischvergiftung hatte (…echt nicht zu empfehlen…) weiß, dass man bei solchen Themen und selbst kochen (trotz Fisch-ermann des Vertrauens) extrem vorsichtig ist.

Nachdem aber gleich der allererste Versuch -*Entschuldigung* P E R F E K T - war, habe ich die „Angst“ verloren und freue mich über jedes neue Jakobsmuschel-Rezept!

Dieses hier ist auch noch ultra schnell zubereitet und fällt auf der Kalorien-Skala kaum ins Gewicht:

Scallop Piccata (2 Personen)

¼lbs Angel Hair Pasta (~120g)
10 Jakobsmuscheln
Salz & Pfeffer
1tbs Olivenöl (1EL)
3tbs Butter (3EL)
1 Knoblauchzehe, gehackt
½ cup Weißwein (~120ml)
3tbs Kapern (3EL)
Saft ½ Zitrone
1tbs Petersilie (1EL), gehackt

Pasta al dente kochen.
Je 1EL Öl und Butter erhitzen. Muscheln salzen und pfeffern und dann von jeder Seite 3-4min braun anbraten. Muscheln aus der Pfanne nehmen und abgedeckt warm halten/stellen.
Knoblauch im Röstfett der Muscheln glasig anschwitzen. Wein, Saft und Kapern zugeben und die Röststoffe vom Pfannenboden ablösen. Ca. 5min kochen, bis die Sauce um 1/3 reduziert ist. Vom Herd nehmen und die übrigen 2EL Butter einrühren. Petersilie zugeben. Pasta auf die Teller verteilen, je 5 Muscheln auflegen und mit der Sauce übergießen.

weitere Fotos: M-iPhone
 









 





Wenn der Begriff “Röstaromen” seinen Namen verdient hat, dann definitiv bei diesem Gericht.
Hand auf’s Herz; es gibt doch nichts Besseres als die knusprigen Bratreste in der Pfanne?
Eben!
Ach ja, und auch sonst ist dieses Essen einfach der Hit ;-)

Guten Appetit!







Dienstag, 20. Mai 2014

Gehacktes Fleisch mit Fleisch: Hackbraten mit Schinkenkruste

Was kann es besseres geben als einen Hackbraten? Genau. Hackbraten mit Schinken obendrauf.
Fleisch mit Fleisch.

Nicht das hier falsche Gedanken aufkommen; ich kille nicht jede Woche ein ganzes Schwein oder Rind, um meine kulinarischen Fleischgelüste zu stillen.

Ganz im Gegenteil, ich komme gut und gerne auch ohne aus. Aber nur eine bestimmte Zeit. Dann muss Fleisch auf den Teller.

Da ich ja schon mal erwähnt hatte, dass ich Hackfleisch besonders gern esse (ok, neben Filet. Und Steak. Und Wurst.), kam mir dieses Rezept gerade Recht:

Hackbraten mit Schinkenkruste (5 Portionen)

3 Scheiben Toast
50g brauner Zucker
3TL Dijon-Senf
500g roher geräucherter Schinken
1kg Rinderhackfleisch
250ml Milch
2 Eier
je ½TL Salz & Pfeffer
Paprika edelsüß
Fett zum Backform fetten

Brot zerkrümeln, mit Zucker und Senf vermischen und zu Streuseln kneten. 1/3 und 200g Schinken zur Seite stellen. Übrigen Schinken sehr fein würfeln. Restliche 2/3 der Streusel mit dem gewürfelten Schinken, dem Hackfleisch, Milch und den Eiern zu einem glatten Teig verkneten. Mit Salz, Pfeffer und Paprika kräftig würzen.
Den Teig zu einem Laib formen und in eine gefettete flache Form oder Kastenform füllen. Restliche Streusel auf den Laib streuen und an den Seiten leicht andrücken. Übrigen Schinken zerzupfen und darauf verteilen. Bei 180° C ca. 90 min backen. Mit Pü und Dip nach Geschmack servieren.

…untraceable…
Foto: M-iPhone


Was mir hier so enorm gut schmeckt, ist der kleine Twist mit den Zucker-Senf-Streuseln zum salzigen Schinken. Es ist von allem genau die richtige Menge, um eine schöne Balance aus den Geschmacksrichtungen zu bekommen.
Als ich den Braten zum ersten Mal gemacht habe, hatte ich Sorge, dass das ein trockener Fleischbrocken wird.
Aber weit gefehlt! Nach 90min saftig und lecker! Offenbar habe ich nicht nur das
Saftig-Kuchen-Back-Gen, sondern auch das Saftig-Hackbraten-Back-Gen…!

☺

Guten Appetit!

Dienstag, 13. Mai 2014

Das schmeckt nach früher: Haferflockensuppe

Kennen wir das nicht alle?

Da gibt es so einige Dinge. Ein Geruch, ein Geschmack, ein Geräusch. Und plötzlich ist wieder früher.

In meinem Fall ist das zum Beispiel Haferflockensuppe.
Keinesfalls zu verwechseln mit Haferschleim oder sonst so einem schmierigen Zeug. Nein. Eine richtige, flüssige Suppe mit Haferflocken und Möhren drin.

Das war bei unseren Besuchen bei Oma und Opa immer Standard.
Egal, was es als Hauptspeise gab; es musste vorneweg immer Haferflockensuppe sein.
Und für meinen Opa war das einzig zulässige Würzmittel für diese Suppe: Maggi!
Nicht einfach Maggi, sondern MaggiMaggiMaggiMaggi!
Ein Wunder, dass man die Suppe in seinem Teller überhaupt erkennen konnte.

Ich gebe aber unumwunden zu, dass auch ich am liebsten Maggi in dieser Suppe habe. Ich besitze einzig und allein zum Verzehr dieses Gerichts eine Flasche Maggi in meinem Kühlschrank. Mir würde im Traum nicht einfallen, irgendetwas anderes damit zu würzen, aber bei meiner Haferflockensuppe…

Ok, genug geschwelgt; hier kommt das Rezept:

Haferflockensuppe (4 Personen)

2 Schalotten oder 1 kleine Zwiebel
2 Möhren
6 EL grobe Haferflocken
1l Brühe
Butterschmalz oder Pflanzenöl

Zwiebeln und Möhren in kleine Würfel schneiden und glasig andünsten. Haferflocken zugeben und unter Rühren kurz anrösten. Mit der Brühe aufgießen, aufkochen und danach 10 min sanft köcheln lassen.

by Oma & Opa
Foto: M-iPhone

Ich nehme am liebsten Rinderbrühe, da das ganze mit Gemüsebrühe ein bisschen mau schmeckt. Dann müsste ich doch die Maggi-Würzmenge meines Opas verwenden und ich glaube, dass das meine Magenschleimhaut nicht überleben würde.

☺

Guten Appetit!

Dienstag, 29. April 2014

Homemade BBQ-Sauce: ein(e) amerikanischer Versuch(ung)

Neben meinem Hang zu Serienkillern, Nagellacken und Schuhen habe ich auch ein großes Faible für BBQ-Saucen. Wie auf meinen unendlichen Touren durch das Netz gelernt, gibt es unterschiedliche Varianten:
- ketchup-, senf-, mayonnaise-, worcestershiresauce-, sirup- oder essigbasiert.

Ich persönlich bevorzuge den leicht süßlichen, senfigen und rauchigen Geschmack.
Da gerade kein Raucharoma im Haus war (was es auch eigentlich nie ist…), bin ich bei diesem Rezept hängengeblieben:

Homemade BBQ-Sauce

1½ cups brauner Zucker (270g)
1¼ cups Ketchup (310ml)
½ cup Rotweinessig (125ml)
½ cup Wasser (125ml)
1tb Worcestershire-Sauce (1EL)
2½ts Senfpulver (2½ TL)
2ts Paprika (2TL)
1½ts Salz (1½ TL)
1ts schwarzer Pfeffer (1TL)

Alle Zutaten vermengen, bis der Zucker sich aufgelöst hat und die
Gewürze gut vermischt sind.
Sofort servieren oder im Kühlschrank oder Gefriertruhe lagern.


So. Schon beim Abmessen der Zutaten habe ich leichte Zahnschmerzen bekommen. Süß ist ja das eine, aber sooooo viel Zucker?? Das war mir dann doch zu viel des Guten und killt doch den ganzen Geschmack!
Also habe ich ein wenig rumprobiert (und die Zutaten bei geringer Hitze miteinander vermischt):

Homemade BBQ-Sauce: Customized Version (ca. 300ml):

80-100g brauner Zucker
150ml Ketchup
50ml Tomatenmark
75ml Rotweinessig
75ml Wasser
½EL Worcestershire-Sauce
mind. 2-3TL Senfpulver
mind. 3TL Paprika
kl. Prise Chiliflocken
Salz & Pfeffer

Foto: M-i-Phone

Yep. Das ist es. Genau die richtige Mischung, nicht zu süß, nicht zu scharf. Und wenn ich doch mal an Raucharoma rankomme, wird das gleich ausprobiert.

☺

Guten Appetit!

Sonntag, 13. April 2014

Hackfleisch + Hoisin = lecker!

Ich liebe Hackfleisch. Das hat keineswegs etwas mit meinem Faible für Thriller mit Serienkillern zu tun.
Ich bin einfach eine fleischfressende Pflanze. Und Hackfleisch steht da ziemlich weit oben auf der Liste.
Bolognese, Hackbraten, Fleischküchle (für Nicht-Franken: Buletten oder Fleischpflanzerl), Shepherds Pie und das ganze wieder von vorne.
Und Saucen.
BBQ, Ketchup, Thai Sweet Chili, Soja….und Hoisin.
Keine Frage also und nicht ein Wimpernschlag Überlegungszeit nötig, als ich dieses Rezept gesehen habe (rote Wörter = meine Rezeptabwandlungen):

Saucy Asian Meatballs (ca. 35 Stück)

Fleischbällchen:
2lbs Hackfleisch gemischt (900g)
2ts Sesamöl (2TL)
1 cup Semmelbrösel (165g)
½ts Ingwer (½TL)  
2 Eier
3ts Knoblauch (3TL), gehackt
½ cup Frühlingszwiebeln (125g)
Salz
Sauce:
2/3 cup Hoisinsauce (160ml)
¼ cup Reisessig (60ml)
2 Knoblauchzehen, gehackt
2tb Soja-Sauce (2EL)
1ts Sesamöl (1TL)
1ts Ingwer (1TL)
etwas brauner Zucker

Ofen auf 200°C vorheizen.
In einer großen Schüssel die Zutaten für die Fleischbällchen gut vermengen. Kugeln in der Größe von etwa 2,5cm formen. Dann die Kugeln auf ein mit Backpapier belegtem Backblech auslegen und ca. 10-12min ca. 15-30min backen (goldfarben, innen nicht mehr rosa).
Währenddessen die Zutaten für die Sauce bei sehr geringer Hitze vermengen.
Entweder Fleischbällchen und Sauce separat servieren oder die Fleischbällchen mit der Sauce übergießen.

Fotos: M-iPhone


Der Erstversuch war ok, allerdings hatten mir die Fleischbällchen zu wenig Würze. Also beim nächsten mal noch etwas Salz dazu und schon waren die Bällchen perfekt.
Im Gegensatz dazu war mir die Sauce etwas zu säuerlich; also habe ich einfach etwas braunen Zucker dazugegeben. Außerdem habe ich die Backzeit verlängert, und die Sauce bei geringer Hitze vermischt, damit sich die Zutaten besser verbinden.

Schnell zubereitet, wahnsinnig lecker.

☺

Guten Appetit!

Mittwoch, 2. April 2014

Eidgenössische Resteverwertung = Appenzeller Chäs-Tschoppe

Nein.
Nein nein nein nein.
Eidgenössische Resteverwertung heißt natürlich nicht, dass hier ein Schweizer gekillt wird!
Ich darf aber an dieser Stelle die Liste meiner Faibles erweitern: mit Käse überbackene Aufläufe, Lebensmittel-Resteverwertung und die Schweiz (und natürlich auch ihre Einwohner, ihren Käse, ihre Swatches…).

Woher das mit der Schweiz kommt, kann ich nicht genau sagen. Vielleicht vom vielen Skifahren in der Jugend?

Ich glaube, irgendwie hat mir schon immer diese kleine, uneinnehmbare Bastion in der Mitte Europas gefallen, die sich, anders als das berühmte kleine gallische Dorf 
(->Asterix; irgendjemand?), in nichts mit hat hineinziehen lassen und immer darum bemüht war, neutral zu bleiben.

Und erst die Sprache! Schon mal versucht, einen Schweizer zu verstehen, der rätoromanisch spricht? Aha. Aber eine „Schokkchi mit Rrum, odrr?“ (= Lumumba; Kakao mit Rum) kann man getrost bestellen, das wird tatsächlich verstanden!
Naja, auf alle Fälle mag ich die Schweiz.

Und beim Lesen dieses Gerichts konnte ich mir direkt vorstellen, in einer gemütlichen, eingeschneiten Schweizer Hütte am Kamin zu sitzen und Appenzeller Chäs-Tschoppe zu essen:

Appenzeller Chäs-Tschoope (4 Personen)

600g Brotreste, in Stücke gebrochen
300g Appenzeller
2 mittlere Zwiebeln
100ml Rahm
100ml Milch
150g Rahmquark
4 Eier
etwas Muskat, Pfeffer und Paprika
etwas Butter

Eine feuerfeste Form ausbuttern, dann eine Lage Brotreste einfüllen. Darüber eine Schicht grob geriebener Käse, dann fein geschnittene Zwiebelscheiben und so weiter.
Mit den anfallenden Brotbröseln und Zwiebelscheiben abschließen.
Aus der Milch, dem Rahm, dem Quark, den Eiern und den Gewürzen einen Guss zubereiten und über das Brot gießen. Mit Butterflöckchen bestreuen und bei 200°C auf der untersten Schiene ca. 1h 45min backen, bis die Chäs-Tschoope schön braun und knusprig ist.

Foto: M-iPhone



Da ich keinen Rahmquark (Sahnequark) gefunden habe, habe ich normalen Speisequark mit 40% Fett genommen. Hat wunderbar funktioniert!

☺

Guten Appetit!