Mittwoch, 18. Juli 2018

Beerenzeit: Spicy Blackberry BBQ Sauce

Wer mir ab und an auf meinem kleinen Blog folgt, weiß, dass ich mich am liebsten durch den Angebote-Flyer meines Vertrauens-Supermarkts inspirieren lasse.

Der mir zu jeder Jahreszeit alles anpreist, was man sich nur vorstellen kann (und was es eigentlich zu diesem Zeitpunkt auf unserem Erdteil gar nicht gibt).

Das finde ich zwar spannend, aber, was Obst und Gemüse angeht, bin ich nun mal ein Freund des saisonalen Kochens und Essens.

Will heißen, ich esse Spargel, wenn es bei uns Spargel gibt, Erdbeeren, wenn es bei uns Erdbeeren gibt, Wirsing, wenn es bei uns Wirsing gibt.

Diese(s) dann am besten lokal; denn in unserem schönen Frankenland gibt es wirklich sehr gute Gemüse- und Obstbauern, die ihre Waren nicht nur am Straßenrand (immer noch der Geheimtipp), sondern auch im Supermarkt anbieten.

Ich zahle dafür auch gerne einen entsprechenden Preis, denn mir ist klar, dass z.B. bei einer Gurke für 0,39€ irgendwie am Ende irgendjemand leer ausgehen muss. (vom fehlenden Geschmack gar nicht zu sprechen)

Ok, genug moral-apostelt – es geht hier natürlich mal wieder um ein Rezept.

Und um was für eines…

Momentan ist Beerenzeit und mich springen aus dem Obstregal die farbigsten und prallsten Beeren (dem guten Wetter sei Dank) an, die man sich vorstellen kann.

Da die kleinen Geschmacksbomben aber auch nur eine begrenzte Haltbarkeit haben und bei falscher Lagerung manchmal schneller „angedätscht“ sind und schimmeln können, als es einem lieb ist, muss man die guten Stücke eben einfach konservieren.

Und wie könnte man das besser machen als…….

…. in einer BBQ-Sauce?

J.

Entdeckt hatte ich das Rezept im Winter – und der Lokalpatriot und Moralapostel in mir ermahnte mich, es erst auszuprobieren, wenn ich frische Beeren dafür hätte.

Jetzt ist es endlich soweit und voilà – das Warten hat sich gelohnt:

Spicy Blackberry BBQ Sauce

1½ cups frische Brombeeren (~240g)
¼ cup brauner Zucker (~45g)
½ cup Ketchup (~120ml)
2tbsp Honig (2EL)
2tbsp Ingwerpulver (2EL)
1tbsp Weinessig (1EL)
1/3 cup Tabasco / Sriracha (~80ml)
2tbsp Worcestershire Sauce (2EL)
½ stick Butter (~115g)
1tbsp Pfeffer (1EL)
etwas liquid Smoke

Brombeeren im Mixer pürieren und danach durch ein Sieb streichen.
Dann mit allen anderen Zutaten in den Mixer geben und pürieren.
Bei mittlerer Hitze erwärmen und rühren, bis die Sauce andickt.

Fotos: M-iPhone

Ich habe beim Würzen nicht die ganze Menge Sriracha (ca. 50ml statt 80ml) verwendet und bin sehr gut damit gefahren.

Die Sauce hat eine wunderbar ausgewogene Mischung aus Fruchtsäure, Süße und Schärfe.

Natürlich konnte ich alter „Smoke-Freak“ nicht ganz ohne Raucharoma aus der Nummer raus; ich habe aber wirklich nur einen Hauch davon hinzugefügt, um den Beerengeschmack nicht zu killen.

Mission completed.

J


Guten Appetit!

Montag, 18. Juni 2018

On the savory side of jam: Pikante Tomatenmarmelade

Dass ich kein übermäßig süßes Früchtchen bin, dürfte ja mittlerweile bekannt sein.

Und meinen Hang zu (Tomaten-basierten) Saucen und Dips und Aufstriche und…habe ich eventuell das ein oder andere Mal auch schon erwähnt.

Also hat sich folgerichtig mein Limbisches System beim Lesen dieses Rezeptes bemerkbar gemacht.
Mich höflich, aber bestimmt aufgefordert, sofort in der Küche zu verschwinden und meiner Arbeit nachzugehen.

Und was soll ich sagen?

Natürlich hatte das innere Triumvirat wieder Recht.

Man sagt ja nicht umsonst, dass man auf seinen Bauch hören solle...

Also, nicht lange fackeln:

Pikante Tomatenmarmelade (6 Portionen)

600g reife Tomaten
6 Knoblauchzehen 
1EL Olivenöl
6EL Rotweinessig
3EL flüssiger milder Honig
2EL Zucker
1½ELTomatenmark
Salz & Pfeffer


Backofen auf 220° vorheizen.
Tomaten waschen, vom Stielansatz befreien, waagerecht halbieren, entkernen und mit der Schnittfläche nach oben in eine ofenfeste Form legen. Knoblauchzehen ungeschält dazugeben, alles mit dem Öl beträufeln und im Ofen (unterste Schiene,) ca.20 Min. backen. Herausnehmen, etwas abkühlen lassen.
Knoblauch aus der Haut pressen, Tomaten grob zerschneiden. Beides in einem Topf mit dem Pürierstab leicht stückig zerkleinern, mit Essig, Honig, Zucker und Tomatenmark verrühren und bei mittlerer Hitze offen ca.30 Min. einkochen lassen, bis die Masse eindickt. Gelegentlich umrühren.
Die Tomatenmarmelade mit Salz und Pfeffer abschmecken, heiß in Twist-off-Gläser füllen und verschließen. Hält gekühlt 2–3 Wochen 

Fotos: M-iPhone















Passt zu allem, was man sich nur vorstellen kann!

J

Guten Appetit!

Mittwoch, 25. April 2018

Miss Piggy meets Schweinchen Babe: Schweinefilet in Bresso-Sauce


Was.

Was nur wieder will die Frau uns mit dem Post-Titel sagen?

Miss Piggy hat ein Faible für jüngere Männer?

Die Muppet-Show dreht einen Film mit Schweinchen Babe in der Nebenrolle?

Oder geht es hier gar um Schweinereien?!

So weit hergeholt ist die letzte Vermutung nicht; denn heute geht es um Fleisch.

Um Schweinefleisch.

In zwei Aggregatszuständen.

Um es genau zu nehmen, Schwein umwickelt mit Schwein.

Ok, ich höre jetzt mit den schwammigen Andeutungen auf und lege die Karten auf den Tisch:

Schweinefilet mit Speck ummantelt. (und noch eine Lecker-Sauce obendrauf).

Wer von den beiden Protagonisten für welches Fleisch (Schweinelende und Speck) verantwortlich war, lässt sich leider nicht mehr nachvollziehen; aber klar ist eines:

Dieses Rezept muss probiert werden!

Schweinefilet in Bresso-Sauce (2 Personen)

1 Zwiebel, in Ringen
2EL Butter
6 Schweinemedaillons aus dem Filet
6 Scheiben Frühstücksspeck
2TL scharfer Senf
100g Sahne / Cremefine
75g Bresso „Provence“
30g Sahneschmelzkäse
Petersilie
 
Ofen vorheizen (E-Herd 200°C, Umluft 175°C).
Lasagneform einfetten und die Zwiebelringe ein-
legen.
Medaillons mit Speck umwickeln, von beiden Seiten
mit Senf bestreichen und auf die Zwiebeln legen.
Mit Butterflöckchen bestreuen und ca. 35-40min
25-30 min backen.
Sahne, Käse und Bresso erwärmen, bis der Käse
geschmolzen ist. Petersilie klein hacken und
zugeben.
10min vor Ende der Backzeit die Sauce zu den
Medaillons geben.
Dazu z.B. Rahmwirsing servieren.

Fotos: M-iPhone

J

Guten Appetit!

Samstag, 24. März 2018

Fatal recipe error: Red Pepper Jam


Tja.

Irgendwann musste es ja mal so weit sein.

Irgendwann musste es passieren.

Das ein Gericht mal nicht so wird, wie man sich das vorgestellt hat, kann ja mal vorkommen.

Aber das ein Rezept einfach so überhaupt nicht funktioniert?

„Undenkbar“ echauffiert sich der Mini-Perfektionist.
 „Nicht mit uns!“ schreit das Limbische System.

Aber was soll ich sagen?
Genau das ist passiert.

Aber lest selbst…..:

Red Pepper Jam (3 kleine Gläser)

8 rote Paprika- oder Chilischoten
1EL Salz
225ml Apfelessig
450g Zucker

Schoten putzen und in der Küchenmaschine sehr fein hacken.
Mit Salz bestreuen und einige Stunden ziehen lassen.
Flüssigkeit weg gießen und Zucker und Essig zugeben.
Die Masse ca. 1h kochen lassen, dabei gut umrühren, bis sie eindickt.
In Twist-Off-Gläser füllen.

Fotos: M-iPhone

Da ich schon mal Chilimarmelade (mit Crackern und Frischkäse!) probiert hatte, kam mir dieses Rezept natürlich sehr gelegen.

Zutatenliste überschaubar, Bild appetitlich, Herstellung scheinbar mühelos.

Also ab in die Küche und losgewerkelt.

Als ich die Chilipaste zum kochen gebracht hatte, war zunächst auch alles „normal“.

Aber irgendwann fiel mir auf, dass, wenn ich den (Holz-)Löffel nach dem Umrühren aus dem Topf nahm, die Flüssigkeit darauf sehr schnell fest und hart wurde.
Ich hatte mir nichts weiter dabei gedacht und einfach jedesmal nach dem Umrühren meinen Löffel gleich mit Wasser abgespült.

Denn ansonsten verlief alles nach Plan; die Flüssigkeit sprudelte wie es sich gehörte und schmeckte auch nach dem, was sie eben einmal werden sollte.

Nach der Kochzeit habe ich die Flüssigkeit in Gläser gefüllt, verschlossen und kopfüber zum Auskühlen auf der Arbeitsfläche positioniert.

Dass das Missachten des Flüssigkeit-auf-dem-Löffel-Festwerdens aber ein grober Fehler war, stellte sich erst später heraus….

Als ich am nächsten Tag mein „Kochwerk“ betrachten und kosten wollte, war die Überraschung groß und – im wahrsten Sinne des Wortes – hart.

Meine mittlerweile tiefdunkel-lila-farbene (sollte eigentlich Chilischoten-hellrot sein) Red Pepper Jam war in ihrem Glas gefangen.



Also wirklich und tatsächlich hatte das Glas meine Marmelade fest in ihren Händen. Ich bekam nicht mal die Deckel von den Gläsern herunter.

Und auch der Einsatz diverser Handwerker-Tools aus meinem Haushalt vermochte meine Marmelade nicht zu befreien.

Dann wurde es mir schlagartig klar:
ich hatte mal eben drei Gläser Liebesapfel-Glasur (die schönen roten, die man auf der Kirchweih kaufen kann) hergestellt, die nun einfach zu nichts mehr zu gebrauchen waren.

Das Ende vom Lied war, dass ich die drei Gläser samt Inhalt weggeworfen habe.


L

Diesmal leider keinen Guten Appetit

Samstag, 17. Februar 2018

Popeye-Power: Spinatcremesuppe


Die Sache mit dem Spinat ist ja schon so eine komische.

Man glaubte lange Zeit*, dass er ein überaus eisenhaltiges Gemüse sei.

Welches Kinder unbedingt zu sich nehmen müssten, um ihr Wachstum, Knochenbau und Blutbildung mit Expressgeschwindigkeit in Gang zu bringen.

Was angeblich dazu führte, dass eben diese Spinat-genötigten Kinder das grüne Gemüse aufs Äußerste verabscheuten.

Nicht mal die Tatsache, dass Popeye durch den Genuss von Spinat zum superstarken super-Seemann mutierte, konnte daran etwas ändern.

Also zumindest bei der Mehrheit der Kinder nicht.
Nur bei meinen Brüdern und mir war das mal wieder ganz anders.

Der Legende zufolge war eines Tages (in grauer Vorzeit) mein Vater mit uns drei hungrigen Schreimäulern allein zuhause.

Um die misslichen und lauten Töne nicht länger ertragen zu müssen, rührte er (der übrigens ein sehr guter Koch ist) zusammen, was ihm in die Hände fiel:

Fischstäbchen mit Spinat und Kartoffelpüree.

Und was soll ich sagen?
Keiner von uns dreien spuckte meinem Vater das grüne Gemüse vor die Füße und bis heute essen meine Brüder und ich leidenschaftlich gerne Spinat.

Hiermit hatte sich also bewiesen, dass die Kombination „Spinat-Kind“ nicht automatisch eine schlechte ist.

Somit war’s wie immer keine Frage, dass mein Magen freudig gluckste, als ich ihm dieses Rezept servierte:


Spinatcremesuppe (4 Personen)

1 kleine Zwiebel
2 Knoblauchzehen
200g Blattspinat (ersatzweise TK)
1EL Pflanzenöl
½l Brühe
1 Dose ungesüßte Kokosmilch
Salz & Pfeffer
evtl. geschlagene Sahne zum Dekorieren
 
Öl im Wok erhitzen, gewürfelte Zwiebeln und Knoblauch 
darin glasig dünsten. Brühe und Kokosmilch zugießen, Spinat zugeben und alles ca. 10min leise kochen lassen.
Danach die Suppe pürieren, mit Salz und Pfeffer würzen. 
Gegebenenfalls im Suppenteller mit geschlagener Sahne dekorieren.

Fotos: Mi-Phone


"Nackig" oder mit Lachs und Crème fraîche serviert - einfach nur lecker!


*man fand übrigens eine lange Zeit später heraus, dass der Wissenschaftler, der diese Werte veröffentlicht hatte, sich leider um eine Kommastelle vertan hatte.
Und somit der Spinat nun doch nicht das eisenhaltigste Gemüse im Garten ist.
(um ehrlich zu sein hatte der arme Mann doch Recht; allerdings hat er seinen Eisengehalt bei getrockneten und nicht bei frischem Spinat gemessen.........)

Mir egal, an welcher Stelle welches Komma stand – ich mag Spinat!

J

Guten Appetit!